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Vergütung

Internationales Gehaltsbenchmarking: So legen Sie Gehälter länderübergreifend fest

HQ-Daten plus Lebenshaltungskostenfaktor ist die häufigste Methode, Gehälter im Ausland festzulegen, und die ungenaueste. Hier ist das Vorgehen, das multinationale Unternehmen stattdessen nutzen, mit TalentUp-Daten 2026, die zeigen, warum eine einzige globale Gehaltsspanne nicht funktionieren kann.

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Kolleginnen und Kollegen an einem Holztisch zeigen mit Stiften auf einen ausgedruckten Bericht voller Kreis- und Balkendiagramme, daneben eine Kaffeetasse und ein Tablet

Internationales Gehaltsbenchmarking ist die Methode, mit der ein Unternehmen mit Beschäftigten in mehreren Ländern prüft, ob jede Rolle und jedes Level im Einklang mit dem lokalen Markt, in dem die Arbeit erbracht wird, bezahlt wird, und zwar innerhalb eines einheitlichen globalen Rahmens. Richtig umgesetzt erhalten Sie wettbewerbsfähige lokale Gehaltsspannen, eine Struktur, die Mitarbeitende in verschiedenen Ländern nachvollziehen können, und Belege, die Sie vertreten können, sobald Gesetze zur Entgelttransparenz gelten.

Die häufigste Abkürzung, nämlich die Gehaltsdaten der Zentrale zu nehmen und mit einem Lebenshaltungskostenindex zu skalieren, liefert für viele Rollen das falsche Ergebnis. Die TalentUp-Analyse von rund 15.500 im Jahr 2026 veröffentlichten Stellenanzeigen mit strukturierter Gehaltsangabe zeigt, dass dasselbe Land bei 52 % des deutschen Gehalts für eine Rolle und bei 98 % für eine andere liegen kann. Ein einziger „Frankreich-Faktor“ oder „Spanien-Faktor“ kann das nicht abbilden.

Dieser Leitfaden zeigt, was Vergütungsteams in multinationalen Unternehmen tatsächlich brauchen: eine globale Jobarchitektur, Land für Land ausgewählte Marktdaten, eine klare Politik zu Währungen und Arbeitgeberkosten, Vergütungspositionierung und Geo-Pay-Zonen sowie eine Governance, die auch unter der EU-Entgelttransparenzrichtlinie Bestand hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gehälter folgen den Arbeitskosten (was lokale Arbeitgeber für eine Qualifikation zahlen), nicht den Lebenshaltungskosten. HQ-Daten, die mit einem Lebenshaltungskostenindex angepasst werden, bepreisen Rollen im Ausland daher falsch.
  • In den TalentUp-Daten 2026 verändert sich der Gehaltsabstand zwischen zwei Ländern je nach Rolle: Frankreich reicht von 52 bis 98 auf einem Index mit Deutschland = 100.
  • Ordnen Sie jede Rolle in eine einheitliche globale Jobarchitektur ein, bevor Sie Länder vergleichen, sonst vergleichen Sie unterschiedliche Jobs.
  • Wählen Sie Daten je Markt, prüfen Sie Stichprobengröße und Streuung, vergleichen Sie Gleiches mit Gleichem (Bruttogrundgehalt, Total Cash oder Arbeitgeberkosten) und legen Sie pro Zyklus einen Wechselkurs fest.
  • Jeder Arbeitgeber in der EU wendet die nationale Umsetzung der Richtlinie seines Landes an. Dokumentieren Sie daher für jede Vergütungsentscheidung objektive, länderspezifische Kriterien.

Warum HQ-Daten plus Lebenshaltungskosten scheitern

Die meisten Unternehmen beginnen mit internationaler Vergütung auf dieselbe Weise: Sie nehmen die Gehaltsbänder aus dem Land der Zentrale und multiplizieren sie für jeden neuen Standort mit einem Lebenshaltungskostenverhältnis. Das ist schnell, leicht zu erklären und systematisch ungenau, aus drei Gründen.

  • Lebenshaltungskosten sind keine Arbeitskosten. Ein Lebenshaltungskostenindex misst Mieten, Lebensmittel und Dienstleistungen. Gehälter werden durch Angebot und Nachfrage nach einer bestimmten Qualifikation auf einem bestimmten Arbeitsmarkt bestimmt: wie viele Ingenieure, Buchhalter oder Vertriebsleiter verfügbar sind, welche Arbeitgeber um sie konkurrieren und was Tarifverträge festlegen.
  • Das Verhältnis ist nicht über alle Rollen hinweg konstant. Ein Land kann für eine Jobfamilie günstig und für eine andere teuer sein. Unsere Daten unten zeigen Frankreich bei Vertriebsleitern nahe am deutschen Gehaltsniveau, bei Buchhaltern dagegen bei etwa der Hälfte.
  • Fehler summieren sich mit der Mitarbeiterzahl. Zahlen Sie in einem Markt zu viel, verbrennen Sie Budget; zahlen Sie zu wenig, verlieren Sie Kandidaten und schaffen Gehaltsunterschiede, die schwer zu erklären sind, sobald Mitarbeitende, Betriebsräte oder Behörden Fragen stellen.

Die Alternative besteht nicht darin, auf Struktur zu verzichten. Es geht darum, jedes Land mit seinem eigenen Markt zu vergleichen, innerhalb eines globalen Rahmens, der Rollen, Level und Richtlinien konsistent hält. Wenn Sie das gegenteilige Modell erwägen, also überall dasselbe zu zahlen, lesen Sie unsere Analyse zu standortbasierter Vergütung im Vergleich zu einem einheitlichen Gehalt.

TalentUp-Daten: dieselbe Rolle in acht Ländern

Um zu zeigen, wie stark der Abstand zwischen Ländern von der Rolle abhängt, haben wir das mediane ausgeschriebene Jahresgehalt für vier gängige Rollen in acht europäischen Ländern verglichen, auf Basis von Stellenanzeigen mit strukturierter Gehaltsangabe von Januar bis September 2026, alle in Euro umgerechnet. Deutschland, ein häufiger Standort der Zentrale, ist auf 100 gesetzt.

41–124

Spannweite des Index über 4 Rollen und 7 Länder (Deutschland = 100)

52 vs. 98

Index Frankreichs für Buchhalter vs. Vertriebsleiter

47.900 €

Abstand zwischen P25 und P75 bei Account Managern in den Niederlanden

16.300

Anzeigen mit Gehaltsangabe in Deutschland vs. 102.200 in Spanien

Quelle: TalentUp-Datenbank für Stellenanzeigen, Januar–September 2026. Medianes ausgeschriebenes Jahresgehalt, EUR.

Land Buchhalter Projektmanager Account Manager Vertriebsleiter
Deutschland (Basis) 100 (57.600 €; n=64) 100 (79.400 €; n=79) 100 (62.500 €; n=138) 100 (66.900 €; n=127)
Irland 114 (n=230) 100 (n=151) 124 (n=117) 119 (n=93)
Niederlande 92 (n=499) 81 (n=332) 96 (n=500) 75 (n=300)
Vereinigtes Königreich 93 (n=1.738) 80 (n=1.713) 77 (n=1.608) 85 (n=1.301)
Frankreich 52 (n=1.312) 60 (n=274) 84 (n=315) 98 (n=406)
Italien 60 (n=602) 50 (n=496) 64 (n=593) 75 (n=592)
Spanien 50 (n=202) 47 (n=561) 51 (n=648) 49 (n=299)
Portugal – (n<30) 41 (n=72) 65 (n=54) 69 (n=40)

Drei Muster sind für alle wichtig, die eine globale Vergütungsstruktur gestalten:

  1. Länderabstände sind rollenspezifisch. Spanien liegt durchgehend bei etwa der Hälfte des deutschen Gehalts, Frankreich bewegt sich dagegen von 52 (Buchhalter) bis 98 (Vertriebsleiter) und Italien von 50 bis 75. Ein einziger Standortfaktor für Frankreich würde mindestens eine dieser Rollen um mehr als 20 Punkte falsch bepreisen.
  2. „Teure“ und „günstige“ Märkte bilden keine feste Rangfolge. Irland liegt bei drei Rollen über Deutschland, und das Vereinigte Königreich liegt bei allen vier unter Deutschland, sobald Pfund in Euro umgerechnet werden.
  3. Ausgerechnet der Markt der Zentrale kann die dünnste Datenlage haben. Deutschland lieferte im Zeitraum nur etwa 16.300 Anzeigen mit Gehaltsangabe, gegenüber rund 102.200 in Spanien und 180.100 im Vereinigten Königreich, weil deutsche Arbeitgeber seltener Gehälter veröffentlichen. Wer sich nur auf HQ-Daten verlässt, verlässt sich womöglich auf seine schwächste Stichprobe.

Die Streuung innerhalb eines Landes kann den Abstand zwischen Ländern übertreffen

Der Median ist nur ein Punkt der Verteilung. Bei Account Managern ist die Spanne zwischen dem 25. und dem 75. Perzentil innerhalb eines Landes größer als der Abstand zwischen den Medianen mancher Länder:

Account Manager, 2026 P25 Median P75 P75 − P25
Deutschland 50.000 € 62.500 € 89.300 € 39.300 €
Niederlande 42.100 € 59.900 € 90.000 € 47.900 €
Spanien 24.300 € 32.000 € 41.400 € 17.100 €

Der niederländische Interquartilsabstand (47.900 €) ist größer als der Abstand zwischen dem niederländischen und dem spanischen Median (27.900 €), und die Mediane von Deutschland und den Niederlanden liegen nur 2.600 € auseinander. Level, Verantwortungsbereich, Branche und Unternehmensgröße bewegen die Vergütung oft stärker als die Landesgrenze. Deshalb kommt der nächste Schritt, das Leveling, vor jedem Ländervergleich.

Schritt 1: Zuerst eine globale Jobarchitektur aufbauen

Sie können „einen Projektmanager in Madrid“ nicht mit „einem Projektmanager in München“ vergleichen, solange Sie nicht wissen, dass es sich um denselben Job auf demselben Level handelt. Titel driften zwischen Ländern auseinander: Ein „Manager“ führt in einer Tochtergesellschaft ein Team, in einer anderen ist er eine erfahrene Fachkraft ohne Führungsverantwortung.

Eine globale Jobarchitektur löst dieses Problem mit drei Bausteinen:

  • Jobfamilien und Subfamilien (Finanzen > Buchhaltung, Vertrieb > Account Management), die in jedem Land identisch sind.
  • Karrierepfade, typischerweise Fach- und Führungslaufbahn, damit eine erfahrene Fachkraft nicht mit einer Führungskraft gleichgesetzt wird.
  • Globale Level, definiert über Verantwortungsbereich, Wirkung, Autonomie und Expertise, einmal beschrieben und überall angewendet, zum Beispiel sechs bis acht Level je Laufbahn.

Danach ordnen Sie jeden lokalen Job der Architektur zu, nicht seinem Titel. Gleichen Sie ihn mit der Level-Beschreibung und den tatsächlichen Aufgaben ab und dokumentieren Sie die Begründung. Diese Dokumentation wird zu den objektiven, geschlechtsneutralen Kriterien, die Sie später für die Entgelttransparenz brauchen. Unser Leitfaden zum Aufbau von Gehaltsbändern erklärt Leveling und Banddesign Schritt für Schritt.

Schritt 2: Marktdaten Land für Land auswählen

Die beste Datenquelle in einem Land ist nicht unbedingt die beste in einem anderen. Prüfen Sie für jeden Markt vier Punkte, bevor Sie einer Zahl vertrauen:

Prüfpunkt Worauf Sie achten sollten Warnsignal
Passende Quelle Stellenanzeigen, Gehaltsumfragen, amtliche Statistiken (Eurostat, ONS, nationale Statistikämter) oder Tarifverträge, je nachdem, was die Rolle lokal abdeckt Eine einzige globale Quelle, die überall unabhängig von der lokalen Abdeckung genutzt wird
Stichprobengröße Anzahl der Datenpunkte je Rolle, Level und Land Weniger als etwa 30 Datenpunkte, die als präziser Median dargestellt werden
Aktualität Erhebungsdatum und ob die Werte auf heute fortgeschrieben sind Feldphase einer Umfrage, die in einem dynamischen Markt mehr als 12 Monate zurückliegt
Filter Filter nach Level, Branche, Unternehmensgröße und Stadt Ein nationaler Median für eine Rolle, die es nur in einer Metropolregion gibt

Zwei praktische Regeln helfen. Erstens: Ist eine Zelle dünn besetzt, erweitern Sie die Jobfamilie oder das Level, statt daraus eine scheinbar präzise Zahl abzuleiten. Zweitens: Achten Sie auf die Streuung, nicht nur auf den Median. Eine breite Spanne zwischen P25 und P75 zeigt, dass sich hinter dem Titel sehr unterschiedliche Jobs verbergen, wie im Beispiel der Account Manager oben. Mehr zu Perzentilen und Datenquellen lesen Sie in unserem Schritt-für-Schritt-Leitfaden zum Gehaltsbenchmarking für die Entgelttransparenz. Die Methodik von TalentUp erklärt, wie unsere eigenen Daten erhoben und bereinigt werden.

Schritt 3: Gleiches mit Gleichem vergleichen: Währung, Bruttogehalt und Arbeitgeberkosten

Die meisten Fehler im Ländervergleich liegen nicht am Markt, sondern daran, dass unterschiedliche Dinge verglichen werden. Einigen Sie sich auf drei Definitionen, bevor jemand eine Gehaltsspanne aufbaut.

Grundgehalt, Total Cash und Arbeitgeberkosten

Kennzahl Was sie umfasst Wofür Sie sie nutzen
Bruttogrundgehalt Vertragliches Jahresgehalt vor Steuern und Arbeitnehmerbeiträgen, einschließlich 13. oder 14. Gehalt, sofern es Teil des Grundgehalts ist Gehaltsbänder und Gehaltsspannen in Stellenanzeigen
Total Cash Grundgehalt plus Zielbonus, Provision und feste Zulagen Vergleich von Rollen mit hohem variablem Anteil, etwa im Vertrieb
Arbeitgeberkosten Total Cash plus Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und sonstige gesetzliche Kosten Budgetierung und Standortentscheidungen

Der Unterschied zwischen diesen Kennzahlen ist nicht in jedem Land gleich. Laut Eurostat machten Lohnnebenkosten, vor allem Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, 2025 in der EU 24,8 % der gesamten Arbeitskosten aus, in Frankreich jedoch 32,3 % und in Rumänien 4,8 %, und die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde reichten von 12,0 € in Bulgarien bis 56,8 € in Luxemburg. Zwei Länder mit demselben Bruttogehalt können daher sehr unterschiedliche Arbeitgeberkosten haben. Vergleichen Sie Bruttogrundgehalt und Total Cash mit dem Markt; nutzen Sie Arbeitgeberkosten nur für die Budgetierung. Ein durchgerechnetes Beispiel außerhalb der EU finden Sie in unserem Gehaltsvergleich zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich, der Lohnsteuern und Altersvorsorge behandelt, sowie in unserem Überblick über Gehaltsunterschiede zwischen den USA und Europa.

Währungs- und Wechselkurspolitik

  • Zahlen Sie in lokaler Währung und benchmarken Sie in lokaler Währung; rechnen Sie nur für Reporting und Budgetierung um.
  • Legen Sie pro Zyklus einen einzigen Referenzkurs fest, zum Beispiel den Durchschnitt der Euro-Referenzkurse der EZB über die drei oder zwölf Monate vor Ihrer Gehaltsrunde, und dokumentieren Sie ihn.
  • Definieren Sie eine Toleranzbandbreite (zum Beispiel den Kurs nur dann überprüfen, wenn er sich um mehr als 5–10 % bewegt), damit Wechselkursschwankungen nicht von sich aus Gehaltsänderungen auslösen.
  • Weisen Sie den Wechselkurseffekt in Berichten gesondert aus: In unseren Daten bewegt sich der Index des Vereinigten Königreichs mit dem GBP/EUR-Kurs, auch wenn sich die Gehälter in Pfund nicht ändern.

Schritt 4: Vergütungspositionierung und Geo-Pay-Zonen festlegen

Mit zugeordneten Jobs und sauberen Marktdaten entscheiden Sie, wo Sie in jedem Markt vergüten wollen. Das gehört in Ihre Vergütungsphilosophie.

Modell Funktionsweise Am besten geeignet, wenn Worauf Sie achten sollten
Lokales Perzentil Jedes Land wird an seinem eigenen Marktperzentil ausgerichtet, zum Beispiel am lokalen P50 Sie in etablierten Tochtergesellschaften lokal einstellen Große Gehaltsunterschiede zwischen Ländern für dasselbe Level
Geo-Pay-Zonen Länder oder Städte werden in 3–5 Zonen mit je einer Gehaltsspanne gruppiert Viele Standorte mit wenigen Beschäftigten Zonen, die auf Lebenshaltungskosten statt auf Arbeitsmarktdaten beruhen
Globales Perzentil Eine Gehaltsspanne für alle, oft an einem Hochlohnmarkt verankert Kleine, vollständig remote arbeitende Teams, die um knappe globale Qualifikationen konkurrieren Überbezahlung in Niedriglohnmärkten und wachsendes Budget

Unsere Daten ergänzen eine Warnung für Geo-Pay-Zonen: Ein Land, das für eine Jobfamilie in eine Zone passt, passt möglicherweise nicht für eine andere. Frankreich läge bei Vertriebsleitern nahe an Deutschland, bei Buchhaltern jedoch deutlich darunter. Bilden Sie Zonen je Jobfamilie oder testen Sie sie zumindest an rollenbezogenen Daten, statt jedem Land eine einzige Zone zuzuweisen.

Remote-Mitarbeitende

Für Remote-Mitarbeitende gilt standardmäßig: Vergütet wird nach dem Ort, an dem die Person lebt und arbeitet, denn in der EU folgen Arbeitsrecht, Steuern und in der Regel die Sozialversicherung dem Arbeitsort. Legen Sie schriftlich fest, was passiert, wenn Mitarbeitende in ein anderes Land ziehen: ob die Vergütung neu gebenchmarkt wird, ab welchem Datum und ob sie sinken kann. Unser Artikel darüber, wie Remote-Arbeit die Vergütung verändert, behandelt Remote-Zuschläge und Benefits ausführlicher.

Schritt 5: Steuern und auf die EU-Richtlinie vorbereiten

Eine länderübergreifende Vergütungsstruktur bleibt nur glaubwürdig, wenn jemand dafür verantwortlich ist. Ein einfaches Governance-Modell umfasst:

  • Verantwortung: Das globale Compensation-&-Benefits-Team verantwortet Jobarchitektur, Datenquellen, Wechselkurs und Positionierung; die lokale HR verantwortet die Job-Zuordnung und den Marktkontext.
  • Freigaberegeln: Angebote und Erhöhungen innerhalb der Spanne werden lokal freigegeben; alles oberhalb der Spanne oder ein Levelwechsel geht mit schriftlicher Begründung an das globale C&B-Team.
  • Überprüfungsrhythmus: Aktualisieren Sie die Marktdaten mindestens einmal jährlich vor der Gehaltsrunde und quartalsweise für stark umkämpfte Rollen oder Märkte mit hoher Inflation.
  • Prüfpfad: Halten Sie für jede Gehaltsspanne Datenquelle, Erhebungsdatum, Perzentil, Wechselkurs und Job-Zuordnung fest.

Anand Chandrasekaran, ein in Indien ansässiger HR Business Partner (KPMG, Cognizant), der über globale Delivery-Teams schreibt, erklärt, warum dieser Prüfpfad wichtig wird, sobald Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Ländern sich austauschen können:

Anand Chandrasekaran Anand ChandrasekaranDirector Track HRBP, Org Effectiveness & Culture (KPMG, Cognizant)

Jahrzehntelang hat sich das globale Delivery-Modell stark auf geografische Arbitrage gestützt. Indische Fachkräfte verstehen Anpassungen an die Lebenshaltungskosten. Sie erwarten keine exakte Gleichstellung mit München oder San Francisco. […] Wenn zwei Menschen dieselbe Arbeit leisten und unterschiedlich bezahlt werden, muss die Organisation den Unterschied mathematisch und rechtlich verteidigen. […] Wenn eine Führungskraft einem Mitarbeitenden nicht in die Augen schauen und genau erklären kann, wie sein Gehalt berechnet wurde, auf Basis objektiver Fähigkeiten und Leistung, dann ist Ihr Vergütungsmodell kaputt.

März 2026 · Aus dem Englischen übersetzt Auf LinkedIn lesen →

Was sich mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ändert

Die Richtlinie (EU) 2023/970 musste von den Mitgliedstaaten bis zum 7. Juni 2026 umgesetzt werden, und ihre Pflichten gelten über das jeweilige nationale Recht, sobald es umgesetzt ist; mehrere Länder stellen ihre Gesetze noch fertig. Für multinationale Unternehmen sind die wichtigsten Punkte:

  • Sie wirkt Land für Land. Jeder Arbeitgeber wendet das nationale Recht des Mitgliedstaats an, in dem er tätig ist. Ein Konzern mit Gesellschaften in fünf EU-Ländern kann daher mit fünf leicht unterschiedlichen Regelwerken und Berichtsformaten konfrontiert sein.
  • Vergütungsstrukturen brauchen objektive, geschlechtsneutrale Kriterien wie Kompetenzen, Belastungen, Verantwortung und Arbeitsbedingungen. Ihre globale Jobarchitektur und länderspezifische Marktdaten sind dafür der natürliche Nachweis.
  • Die Berichterstattung ist gestaffelt: Arbeitgeber mit 250 oder mehr Beschäftigten berichten ab dem 7. Juni 2027 jährlich; Arbeitgeber mit 150–249 Beschäftigten ab dem 7. Juni 2027 alle drei Jahre; Arbeitgeber mit 100–149 Beschäftigten ab dem 7. Juni 2031 alle drei Jahre.
  • Unerklärte Unterschiede haben Folgen: Zeigt die Berichterstattung in einer Gruppe von Beschäftigten ein geschlechtsspezifisches Entgeltgefälle von 5 % oder mehr, das nicht durch objektive Kriterien gerechtfertigt ist und nicht innerhalb von sechs Monaten behoben wird, ist eine gemeinsame Entgeltbewertung mit den Arbeitnehmervertretungen erforderlich. In Fällen von Entgeltdiskriminierung geht die Beweislast auf den Arbeitgeber über.

Länderspezifische Marktdaten können helfen zu erklären, warum sich Vergütung unterscheidet, aber nur, wenn sie auf Frauen und Männer in derselben Gruppe in gleicher Weise angewendet werden. Führen Sie vor Ihrem ersten Berichtszeitraum ein Pay-Equity-Audit nach Beschäftigtengruppen durch und nutzen Sie den kostenlosen Entgelttransparenz-Check, um Ihre Gehaltsspannen zu testen. Marktkontext nach Ländern finden Sie im European Salary Benchmark Report; Tarife vergleichen Sie auf unserer Preisseite.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Was ist internationales Gehaltsbenchmarking?

Es ist der Prozess, bei dem Sie Ihre Vergütung für jede Rolle und jedes Level mit dem vergleichen, was der lokale Arbeitsmarkt in jedem Land zahlt, in dem Sie Mitarbeitende beschäftigen. Es verbindet eine gemeinsame Jobarchitektur, je Land ausgewählte Marktdaten und eine Vergütungspolitik, die festlegt, wo Sie sich in jedem Markt positionieren wollen.

Kann ich Lebenshaltungskostenindizes nutzen, um Gehälter in einem anderen Land festzulegen?

Nicht allein. Lebenshaltungskosten messen, was das Leben an einem Ort kostet, während Gehälter den Arbeitskosten folgen: dem, was lokale Arbeitgeber für eine bestimmte Qualifikation zahlen. TalentUp-Daten für 2026 zeigen, dass sich der Abstand zwischen zwei Ländern von Rolle zu Rolle stark verändern kann, was ein einziger Lebenshaltungskostenfaktor nicht abbilden kann.

Sollte ein multinationales Unternehmen in jedem Land dasselbe Gehalt zahlen?

Einige wenige Unternehmen tun das, meist für kleine, hoch spezialisierte Remote-Teams. Die meisten setzen jedoch auf lokale oder gestufte Vergütung, weil ein einheitlicher globaler Satz in manchen Märkten überbezahlt und in anderen nicht wettbewerbsfähig ist. Was auch immer Sie wählen: Halten Sie es in Ihrer Vergütungsphilosophie fest und wenden Sie es konsequent an.

Wie viele Datenpunkte brauche ich für ein verlässliches Gehaltsbenchmark in einem Land?

Es gibt kein gesetzliches Minimum, aber behandeln Sie eine Zelle aus Rolle, Land und Level mit weniger als etwa 30 Datenpunkten nur als Richtwert und prüfen Sie, wie breit ihre Spanne zwischen P25 und P75 ist. Dünne Märkte lassen sich besser mit einer breiteren Jobfamilie oder einem breiteren Level abdecken als mit einem scheinbar präzisen, aber verrauschten Median.

Welchen Wechselkurs sollte ich für den Gehaltsvergleich zwischen Ländern verwenden?

Wählen Sie einen einzigen Referenzkurs, etwa einen Durchschnitt der Euro-Referenzkurse der EZB über einen festen Zeitraum, frieren Sie ihn für den gesamten Gehaltsrunden-Zyklus ein und dokumentieren Sie ihn. Zahlen Sie Mitarbeitende in ihrer lokalen Währung und lassen Sie kurzfristige Wechselkursschwankungen allein keine Gehaltsänderungen auslösen.

Verlangt die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in jedem Land dasselbe Gehalt?

Nein. Jeder Arbeitgeber wendet das nationale Gesetz an, das die Richtlinie in seinem Land umsetzt, und Vergütungsstrukturen müssen auf objektiven, geschlechtsneutralen Kriterien beruhen. Länderspezifische Marktdaten können Vergütungsunterschiede begründen, sofern sie dokumentiert und auf Frauen und Männer einheitlich angewendet werden.

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Geschrieben von

Albert Mercadé Laborda

Marketing Manager

Albert verantwortet Marketing und Growth bei TalentUp und arbeitet an der Schnittstelle von HR, Compensation & Benefits und Entgelttransparenz. Er macht aus den Gehaltsdaten von TalentUp praxisnahe Leitfäden, mit denen HR- und Total-Rewards-Teams Gehälter mit dem Markt vergleichen, faire Vergütungsstrukturen aufbauen und sich auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie vorbereiten.

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