Eine Richtlinie zu bezahlter Freistellung legt alle Gründe fest, aus denen Beschäftigte bei fortlaufender Bezahlung der Arbeit fernbleiben können: Jahresurlaub, Krankheit und familienbezogene Freistellungen sowie kürzere Freistellungen wie Pflegeurlaub, Sonderurlaub bei Trauerfall, Tage für Hochzeit oder Umzug und Extras, die das Unternehmen freiwillig gewährt, etwa ein Sabbatical, Volunteering-Tage oder einen freien Geburtstag. Eine gute Richtlinie trennt den gesetzlichen Mindeststandard jedes Landes von den Zusatzleistungen des Unternehmens und erklärt klar, wie jede Freistellungsart vergütet wird und wie man sie beantragt.
Dieser Leitfaden behandelt die Arten bezahlter Freistellung über den Jahresurlaub hinaus, die Mindestregeln der EU und Länderbeispiele, den Aufbau und die Kalkulation einer Richtlinie sowie TalentUp-Daten dazu, wie oft Stellenanzeigen im Jahr 2026 Freistellungsleistungen bewerben. Für Jahresurlaub, Elternzeit und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gibt es eigene Leitfäden: siehe Urlaubstage in Europa, Elternzeit in den 27 EU-Ländern und unbegrenzte Krankheitstage.
Das Wichtigste in Kürze
- Bezahlte Freistellung hat drei Ebenen: das EU-Minimum, nationales Recht und Tarifverträge sowie die eigene Richtlinie des Unternehmens.
- Die EU-Vereinbarkeitsrichtlinie schreibt fünf Arbeitstage Urlaub für pflegende Angehörige pro Jahr und Freistellung wegen höherer Gewalt vor, überlässt die Bezahlung aber dem nationalen Recht.
- Kurze bezahlte Freistellungen unterscheiden sich stark von Land zu Land: Spanien gewährt 15 Kalendertage für die Hochzeit, Frankreich vier Werktage.
- Halten Sie gesetzliche Freistellungsarten getrennt; nutzen Sie einen flexiblen Pool nur für Zusatzleistungen des Unternehmens.
- In den TalentUp-Daten 2026 bewerben nur 6,6 % der Stellenanzeigen eine Freistellungsleistung über den üblichen Urlaubsanspruch hinaus.
- Wo die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umgesetzt ist, können erweiterte Freistellungen als Sachleistung zum Entgelt zählen; die Anspruchsregeln müssen daher objektiv sein.
Arten bezahlter Freistellung: ein Überblick
Die meisten europäischen Arbeitgeber haben mit denselben Gruppen von Freistellungen zu tun. Von Land zu Land unterscheidet sich, wer zahlt (Arbeitgeber, Sozialversicherung oder niemand), wie lange, und ob es sich um einen gesetzlichen Anspruch oder eine Leistung des Unternehmens handelt.
| Art der Freistellung |
Typische Grundlage |
Wer meist zahlt |
Mehr dazu |
| Jahresurlaub |
EU-Recht (mindestens 4 Wochen) plus nationales Recht |
Arbeitgeber |
Urlaubstage in Europa |
| Krankheit |
Nationales Recht |
Arbeitgeber, Sozialversicherung oder beide |
Unbegrenzte Krankheitstage |
| Mutterschutz, Vaterschaftsurlaub und Elternzeit |
EU- und nationales Recht |
Überwiegend Sozialversicherung, teils aufgestockt |
Elternzeit in Europa |
| Pflegeurlaub |
EU-Minimum (5 Tage), nationales Recht |
Je nach Land: bezahlt, teilweise bezahlt oder unbezahlt |
Dieser Leitfaden |
| Freistellung wegen höherer Gewalt |
EU-Minimum, nationales Recht |
Je nach Land |
Dieser Leitfaden |
| Sonderurlaub bei Trauerfall |
Nationales Recht und Tarifverträge |
Arbeitgeber, sofern bezahlt |
Dieser Leitfaden |
| Freistellung für Hochzeit, Umzug und staatsbürgerliche Pflichten |
Nationales Recht und Tarifverträge |
Arbeitgeber, sofern bezahlt |
Dieser Leitfaden |
| Arbeitszeitverkürzungstage (RTT, ADV, ATV) |
Arbeitszeitregeln und Tarifverträge |
Arbeitgeber |
Dieser Leitfaden |
| Sabbatical, Volunteering-, Geburtstags- und Wellbeing-Tage |
Unternehmensrichtlinie (Frankreich: gesetzliches unbezahltes Sabbatical) |
Arbeitgeber, sofern bezahlt |
Dieser Leitfaden |
Die Tabelle zeigt, warum eine einzige globale „PTO“-Zahl in Europa selten funktioniert: Manche Freistellungen zahlt der Staat, manche sind gesetzlich geschützt, aber unbezahlt, und manche gibt es nur, weil ein Unternehmen beschlossen hat, sie anzubieten.
Der EU-Mindeststandard: Pflegeurlaub und Freistellung wegen höherer Gewalt
Die Vereinbarkeitsrichtlinie (EU) 2019/1158, die die Mitgliedstaaten bis August 2022 umsetzen mussten, hat zwei kurze Freistellungsansprüche eingeführt, die für alle Arbeitnehmer gelten:
- Urlaub für pflegende Angehörige (Artikel 6): mindestens fünf Arbeitstage pro Jahr, um einem Angehörigen oder einer im selben Haushalt lebenden Person, die aus schwerwiegenden medizinischen Gründen erhebliche Pflege benötigt, persönliche Pflege oder Unterstützung zu leisten. Die Länder können einen anderen Bezugszeitraum festlegen, etwa pro Person oder pro Fall, und Nachweise verlangen.
- Arbeitsfreistellung aufgrund höherer Gewalt (Artikel 7): das Recht, aus dringenden familiären Gründen bei Krankheit oder Unfall fernzubleiben, wenn die sofortige Anwesenheit des Arbeitnehmers unabdingbar ist. Die Länder können dies pro Jahr, pro Fall oder beides begrenzen.
Die Richtlinie verlangt keine Bezahlung des Pflegeurlaubs oder der Freistellung wegen höherer Gewalt; eine Vergütung schreibt sie nur für Vaterschaftsurlaub und Elternurlaub vor. Deshalb wird aus demselben EU-Anspruch in der Praxis eine sehr unterschiedliche Leistung.
| Land |
Pflegeurlaub |
Höhere Gewalt / dringende familiäre Gründe |
Bezahlung |
| Spanien |
5 Tage bei schwerem Unfall, schwerer Krankheit, Krankenhausaufenthalt oder Operation mit häuslicher Ruhe eines Angehörigen oder Mitbewohners (ET Art. 37.3.b) |
Fernbleiben aus dringenden familiären Gründen; bis zu 4 Tage pro Jahr an Abwesenheitsstunden bezahlt (ET Art. 37.9) |
Vom Arbeitgeber bezahlt |
| Deutschland |
Bis zu 10 Arbeitstage, um in einer akut aufgetretenen Pflegesituation die Pflege zu organisieren (PflegeZG §2) |
Kurze, unvorhergesehene persönliche Verhinderung nach BGB §616 |
Arbeitgeber zahlt nur, wenn Gesetz oder Vertrag dies vorsehen; sonst Pflegeunterstützungsgeld der Pflegeversicherung |
| Niederlande |
Kurzzeitiger Pflegeurlaub bis zum Zweifachen der wöchentlichen Arbeitszeit pro 12 Monate (kortdurend zorgverlof) |
Notfallurlaub (calamiteitenverlof) |
Mindestens 70 % des Gehalts für kurzzeitigen Pflegeurlaub (nicht unter dem Mindestlohn), sofern der Tarifvertrag nichts anderes regelt |
| Vereinigtes Königreich |
Eine Woche Carer’s Leave pro 12 Monate, ab dem ersten Tag |
Angemessene Freistellung für Angehörige in Notfällen |
Gesetzlich unbezahlt; Arbeitgeber können zahlen |
Einige Tage Pflegeurlaub über das gesetzliche Minimum hinaus zu bezahlen, ist eine vergleichsweise günstige Zusatzleistung. Der Bedarf ist real: Pflegende Angehörige sind oft Beschäftigte in der Mitte ihrer Karriere, und ohne klare Richtlinie nehmen sie für die Pflege Urlaubs- oder Krankheitstage.
Trauerfall, Hochzeit und andere kurze bezahlte Freistellungen
Viele europäische Länder, vor allem im Süden, sehen in ihrem Arbeitsrecht eine Reihe kurzer Freistellungen für „Lebensereignisse“ vor, die Tarifverträge häufig verbessern. Zwei Beispiele zeigen, wie groß die Spannbreite ist.
| Ereignis |
Spanien (Arbeitnehmerstatut, Art. 37.3) |
Frankreich (Code du travail, L3142-4, Minimum) |
| Eigene Hochzeit oder eingetragene Partnerschaft |
15 Kalendertage |
4 Tage |
| Tod von Ehepartner, Partner oder nahem Angehörigen |
2 Tage (+2 bei notwendiger Reise), Angehörige bis zum zweiten Grad |
3 Tage (Ehepartner, Partner, Elternteil, Schwiegerelternteil, Geschwister) |
| Tod eines Kindes |
2 Tage (+2 bei Reise) |
12 Tage, oder 14, wenn das Kind unter 25 war |
| Geburt oder Adoption |
Durch den Geburtsurlaub abgedeckt (siehe Leitfaden zur Elternzeit) |
3 Tage |
| Umzug |
1 Tag |
Nicht im Code du travail |
| Öffentliche oder staatsbürgerliche Pflichten (z. B. Wahl, Schöffendienst) |
Erforderliche Zeit |
Durch gesonderte Regeln abgedeckt |
Die französischen Tage sind Werktage (jours ouvrables) und bilden eine Untergrenze, die Tarifverträge anheben können.
Im Vereinigten Königreich entsteht der allgemeine Anspruch auf Trauerurlaub noch: Zwei Wochen Trauerurlaub für Eltern gibt es bereits, und der Employment Rights Act 2025 fügt einen umfassenderen Anspruch auf unbezahlten Trauerurlaub hinzu, der voraussichtlich 2027 in Kraft tritt. Viele britische Arbeitgeber bezahlen Freistellung aus familiären Gründen bereits per Richtlinie.
Freistellungen für Studium und Prüfungen, für Arzttermine und für staatsbürgerliche Pflichten gibt es ebenfalls in vielen Ländern, doch die Einzelheiten regeln nationales Recht und Branchentarifverträge. Prüfen Sie den anwendbaren Tarifvertrag, bevor Sie eine konzernweite Richtlinie schreiben: Er gewährt oft mehr als das Gesetz.
Zusatzleistungen des Unternehmens: Sabbaticals, Volunteering-Tage und Wellbeing-Freistellung
Über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus nutzen Arbeitgeber zusätzliche Freistellungen, um sich abzuheben. Die häufigsten Formen sind:
- Zusätzliche Urlaubstage und Tage nach Betriebszugehörigkeit: mehr Tage als das Minimum, Tage, die mit der Betriebszugehörigkeit steigen, oder der 24. und 31. Dezember frei. Der Leitfaden zu Urlaubstagen behandelt das Urlaubsniveau nach Ländern.
- Urlaub kaufen und verkaufen: Beschäftigte können über Entgeltumwandlung (Salary Sacrifice) oder flexible Benefit-Budgets zusätzliche Tage kaufen, was im Vereinigten Königreich, in Irland und in den Niederlanden üblich ist.
- Sabbatical: eine längere Auszeit, bezahlt oder unbezahlt, oft nach mehreren Jahren Betriebszugehörigkeit. In Frankreich ist der congé sabbatique ein gesetzlicher Anspruch: unbezahlt, mit ruhendem Arbeitsvertrag, in der Regel 6 bis 11 Monate nach mindestens 36 Monaten Betriebszugehörigkeit und sechs Jahren Berufstätigkeit, sofern keine Vereinbarung andere Bedingungen festlegt. In Deutschland werden Sabbaticals häufig über Arbeitszeitkonten finanziert.
- Volunteering-Tage: ein bis drei bezahlte Tage pro Jahr für gemeinnütziges Engagement, häufig in den Benefits britischer und irischer Unternehmen.
- Geburtstagsfrei: ein freier Tag oder halber Tag am oder rund um den Geburtstag der Beschäftigten.
- Wellbeing- oder Mental-Health-Tage: einige bezahlte Tage, die keine Krankheitstage sind und keine Begründung erfordern. Siehe unseren Leitfaden zu ganzheitlichem Wohlbefinden in Vergütung und Benefits.
- Unbegrenzter Urlaub (Unlimited PTO): selten in Europa und immer zusätzlich zum gesetzlichen Mindesturlaub, der trotzdem genommen werden muss (siehe den Leitfaden zu Urlaubstagen dazu, wie das nach EU-Regeln funktioniert).
Ein verwandter Fall ist die Menstruationsfreistellung in Spanien. Seit 2023 ist eine beeinträchtigende sekundäre Menstruation eine besondere Form der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit nach dem spanischen Sozialversicherungsgesetz (Art. 169). Sie funktioniert wie eine Krankschreibung: Der Arbeitgeber zahlt den ersten Tag, und die Sozialversicherung zahlt die Leistung ab dem Folgetag, ohne die üblichen Karenztage. Es handelt sich um eine Sozialversicherungsleistung, nicht um eine zusätzliche bezahlte Freistellung, die der Arbeitgeber finanziert.
Wie oft Stellenanzeigen zusätzliche Freistellungen bewerben: TalentUp-Daten 2026
6,6 %
der Stellenanzeigen bewerben eine Freistellungsleistung über den üblichen Urlaubsanspruch hinaus
3,9 %
der deutschen Anzeigen erwähnen ein Sabbatical, der höchste Wert der Stichprobe
3,1 %
der britischen Anzeigen bieten Volunteering-Tage, weitere 3,1 % einen freien Geburtstag
8,7 %
der französischen Anzeigen erwähnen RTT-Tage
Quelle: TalentUp-Datenbank für Stellenanzeigen, Januar–September 2026, rund 37.600 Anzeigen in 12 Ländern (ohne Personalvermittlungen). Siehe Methodik unten.
Freistellungsleistungen sind eine Minderheitenbotschaft im Recruiting. In einer Zufallsstichprobe von rund 37.600 Stellenanzeigen für Angestellte mit vollständiger Beschreibung erwähnen nur 6,6 % mindestens eine Freistellungsleistung über den üblichen Urlaubsanspruch hinaus: zusätzliche oder kaufbare Urlaubstage, Arbeitszeitverkürzungstage, ein Sabbatical, Volunteering-Tage, Geburtstagsfrei, Wellbeing-Tage oder unbegrenzten Urlaub.
| Land |
Anzeigen (n) |
Zusätzliche Freistellung insgesamt |
Zusätzlicher oder gekaufter Urlaub |
RTT- / ADV- / ATV-Tage |
Sabbatical |
Volunteering-Tage |
Geburtstagsfrei |
| Belgien |
1.926 |
10,6 % |
3,6 % |
7,3 % |
0,1 % |
0,3 % |
0,1 % |
| Vereinigtes Königreich |
3.377 |
10,4 % |
5,3 % |
0,0 % |
0,3 % |
3,1 % |
3,1 % |
| Frankreich |
3.876 |
9,8 % |
1,1 % |
8,7 % |
0,0 % |
0,2 % |
0,1 % |
| Niederlande |
3.852 |
9,8 % |
3,0 % |
4,4 % |
1,4 % |
0,5 % |
0,6 % |
| Deutschland |
3.209 |
8,8 % |
5,2 % |
0,0 % |
3,9 % |
0,4 % |
0,1 % |
| Irland |
3.548 |
7,4 % |
4,0 % |
0,0 % |
0,3 % |
2,5 % |
1,0 % |
| Österreich |
2.445 |
5,9 % |
3,4 % |
0,1 % |
2,0 % |
0,3 % |
0,6 % |
| Polen |
1.407 |
5,7 % |
4,3 % |
0,0 % |
0,4 % |
1,0 % |
1,1 % |
| Spanien |
3.459 |
4,8 % |
1,1 % |
0,5 % |
0,2 % |
0,5 % |
2,5 % |
| Portugal |
3.391 |
4,5 % |
2,4 % |
0,1 % |
0,5 % |
0,8 % |
1,0 % |
| Schweden |
3.653 |
1,2 % |
0,9 % |
0,0 % |
0,1 % |
0,2 % |
0,1 % |
| Italien |
3.473 |
0,9 % |
0,3 % |
0,1 % |
0,1 % |
0,2 % |
0,3 % |
| Gesamt |
37.616 |
6,6 % |
2,7 % |
1,8 % |
0,8 % |
0,8 % |
0,9 % |
Was die Daten zeigen:
- Jedes Land hat sein eigenes Freistellungsvokabular. Französische Anzeigen sprechen von RTT-Tagen (réduction du temps de travail), belgische und niederländische von ADV/ATV-Tagen, deutsche und österreichische von Sabbaticals und Sonderurlaub, britische und irische von Volunteering-Tagen und Urlaubskauf.
- Geburtstagsfrei ist in Spanien und Großbritannien besonders beliebt: 2,5 % der spanischen und 3,1 % der britischen Anzeigen erwähnen es, gegenüber unter 1 % in den meisten anderen Ländern.
- Unbegrenzter Urlaub und Wellbeing-Tage sind Randerscheinungen: Beide kommen jeweils nur in 0,2 % der Anzeigen vor.
- Pflegeurlaub und Freistellung aus familiären Gründen werden fast nie beworben: Nur rund 0,1 % der Anzeigen (insgesamt 52) erwähnen sie, obwohl sie vielen Bewerbern wichtig sind.
- Schweden und Italien bewerben kaum zusätzliche Freistellungen (rund 1 %), höchstwahrscheinlich weil Freistellungen dort weitgehend durch Gesetz und Tarifverträge geregelt sind und nicht durch einzelne Arbeitgeber.
Die Lehre für Arbeitgeber ist einfach: Wenn Sie Freistellungen über das gesetzliche Minimum hinaus anbieten, schreiben Sie es in die Stellenanzeige. Weil nur wenige Wettbewerber das tun, fällt eine klare Zeile wie „3 bezahlte Volunteering-Tage und Ihr Geburtstag frei“ auf.
So gestalten Sie eine Richtlinie zu bezahlter Freistellung
Für eine europäische Belegschaft funktioniert eine Richtlinie zu bezahlter Freistellung meist am besten als gemeinsamer Rahmen mit Länderanhängen. Das sind die Schritte:
- Erfassen Sie den gesetzlichen Mindeststandard pro Land. Listen Sie jede gesetzliche Freistellungsart auf, ihre Dauer, wer zahlt und welche Nachweise nötig sind, einschließlich dessen, was der anwendbare Tarifvertrag hinzufügt.
- Legen Sie Ihre Philosophie für Zusatzleistungen fest. Wollen Sie überall dieselben Extras (zum Beispiel zwei Volunteering-Tage und einen freien Geburtstag) oder ein marktbasiertes Niveau pro Land? Verknüpfen Sie die Entscheidung mit Ihrer Vergütungsphilosophie.
- Wählen Sie die Struktur: getrennte Arten oder ein flexibler Pool. Siehe nächsten Abschnitt.
- Legen Sie Vergütungsregeln für jede Art fest. Volle Bezahlung, Aufstockung einer Sozialversicherungsleistung auf das volle Gehalt, teilweise Bezahlung oder unbezahlt, aber geschützt.
- Definieren Sie die Anspruchsberechtigung objektiv. Wartezeiten nach Betriebszugehörigkeit (zum Beispiel Sabbaticals nach fünf Jahren) sind üblich; achten Sie darauf, dass sie für Teilzeitbeschäftigte anteilig gleichermaßen gelten.
- Formulieren Sie einfache Antrags- und Nachweisregeln. Kurze Freistellungen sollten leicht zu nehmen sein; verlangen Sie Nachweise nur, wo das Gesetz es erlaubt, und nur das, was Sie brauchen.
- Legen Sie Regeln für Übertragung und Auszahlung fest. Für den gesetzlichen Jahresurlaub gelten eigene Regeln aus EU-Recht und EuGH-Rechtsprechung (siehe den Leitfaden zu Urlaubstagen); Zusatzleistungen des Unternehmens können zum Jahresende verfallen, wenn die Richtlinie dies klar regelt.
- Kommunizieren Sie sie. Nehmen Sie die Richtlinie ins Mitarbeiterhandbuch, in Angebote und in Stellenanzeigen auf, und schulen Sie Führungskräfte, damit Genehmigungen einheitlich erfolgen.
PTO-Pool oder getrennte Freistellungsarten
|
Getrennte Freistellungsarten |
Einziger PTO-Pool |
| Funktionsweise |
Feste Tage für jeden Grund (Urlaub, Pflege, Trauerfall usw.) |
Ein Pool von Tagen, den Beschäftigte für jeden Grund nutzen |
| Vereinbarkeit mit europäischem Recht |
Hoch: Jede gesetzliche Freistellung behält ihre eigenen Rechtsregeln |
Gering für gesetzliche Freistellungen: Jahresurlaub, Krankheit und familienbezogene Freistellungen lassen sich nicht einfach zusammenlegen |
| Erfahrung der Beschäftigten |
Klar, aber weniger flexibel |
Flexibel, ohne Begründung des Grundes |
| Hauptrisiko |
Verwaltungsaufwand, starre Kategorien |
Beschäftigte verbrauchen den Pool für Urlaub und arbeiten dann krank |
| Beste Verwendung in Europa |
Gesetzliche Freistellungen und Lebensereignisse |
Zusatzleistungen des Unternehmens: persönliche, Geburtstags-, Wellbeing- oder Volunteering-Tage |
Verbreitet ist ein praktisches Hybridmodell: Gesetzliche Freistellungen bleiben getrennt, und das Unternehmen fügt einen kleinen flexiblen Pool persönlicher Tage hinzu. Denken Sie auch daran, dass nach der Arbeitszeitrichtlinie (2003/88/EG, Art. 7) der Mindestjahresurlaub von vier Wochen nicht durch eine finanzielle Vergütung ersetzt werden darf, außer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
Die Kosten bezahlter Freistellung und Abwesenheitsmanagement
Jeder bezahlte freie Tag kostet etwas, auch wenn niemand als Vertretung eingestellt wird. So lässt er sich schnell schätzen:
- Kosten eines Tages = jährliche Arbeitgeberkosten (Gehalt + Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung) ÷ Arbeitstage pro Jahr.
- Rechenbeispiel: Eine Mitarbeiterin mit Arbeitgeberkosten von insgesamt 60.000 € und rund 220 Arbeitstagen kostet etwa 273 € pro Tag. Zwei Volunteering-Tage und ein freier Geburtstag für 200 Beschäftigte entsprechen rund 600 Tagen oder etwa 164.000 € bezahlter Zeit pro Jahr, überwiegend als entgangene Kapazität und nicht als zusätzliche Ausgabe.
Deshalb sehen viele Arbeitgeber zusätzliche Freistellungen als einen der kosteneffizientesten Benefits: Sie werden hoch geschätzt, aber oft vom Team aufgefangen. Sie sind eine gute Option, wenn wenig Spielraum für Gehaltserhöhungen besteht (siehe was HR neben dem Gehalt bieten kann).
Für das Abwesenheitsmanagement:
- Erfassen Sie Abwesenheiten nach Freistellungsart, nicht nur als „freie Tage“, um zu sehen, wohin die Zeit tatsächlich geht, und um zu prüfen, ob die Beschäftigten ihren gesetzlichen Urlaub nehmen.
- Behandeln Sie Gesundheitsinformationen als sensible Daten: Nach der DSGVO sind Gesundheitsdaten eine besondere Kategorie; erheben Sie nur, was Sie für Krankheit oder Pflegeurlaub brauchen.
- Achten Sie auf zu geringe Nutzung. Eine niedrige Inanspruchnahme von Pflege- oder Wellbeing-Tagen kann ein Zeichen dafür sein, dass Führungskräfte davon abraten, und macht aus einer schriftlich zugesagten Leistung eine ungleiche.
Bezahlte Freistellung, Fairness und die EU-Entgelttransparenzrichtlinie
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (2023/970) definiert Entgelt als die üblichen Grund- oder Mindestlöhne und -gehälter sowie alle sonstigen Vergütungen, die in bar oder in Form von Sachleistungen vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer gezahlt werden. Die Mitgliedstaaten mussten sie bis zum 7. Juni 2026 umsetzen, und ihre Pflichten gelten über die nationalen Gesetze, sobald diese erlassen sind. Erweiterte Freistellungsleistungen können daher in der Entgeltgleichheitsanalyse und in der Stellenbewertung zum Gesamtentgelt zählen.
In der Praxis:
- Stützen Sie die Anspruchsberechtigung auf objektive, geschlechtsneutrale Kriterien. Zusätzliche Freistellungen, die auf höhere Ebenen, Vollzeitbeschäftigte oder bestimmte Vertragsarten beschränkt sind, müssen sich rechtfertigen lassen.
- Prüfen Sie die Wirkung, nicht nur die Regel. Wenn Sabbaticals oder zusätzliche Tage überwiegend einer Gruppe zugutekommen, können sie die Lücke bei der Gesamtvergütung vergrößern, selbst wenn die Richtlinie neutral wirkt.
- Dokumentieren Sie die Begründung für Unterschiede bei Freistellungen nach Ebene, Betriebszugehörigkeit oder Land, genauso wie bei Gehaltsbändern.
- Nehmen Sie Freistellungen in Total-Reward-Statements auf, damit die Beschäftigten den vollen Wert ihres Pakets sehen.
Für den breiteren Kontext siehe was HR über das EU-Entgelttransparenzgesetz 2026 wissen muss und unseren Leitfaden zu Mitarbeiter-Benefits. Um zu prüfen, ob der monetäre Teil des Pakets wettbewerbsfähig ist, bevor Sie Freistellungen hinzufügen, nutzen Sie Marktdaten auf Basis der Gehaltsbenchmarking-Methodik von TalentUp oder den European Salary Benchmark Report.
Quellen