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4-Tage-Woche: Was Studien und Stellenanzeigen wirklich zeigen

Die Fakten zur 4-Tage-Woche: was die Pilotprojekte in Großbritannien, Island, Portugal und Deutschland tatsächlich gemessen haben, wo die Forschung schwach ist, wie sich Gehalt und Stundenlohn je nach Modell verändern und wie selten Stellenanzeigen 2026 sie tatsächlich anbieten.

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Tischkalender, aufgeschlagen bei Januar 2022, mit rot eingekreisten Tagen von Montag bis Donnerstag, daneben ein Stift, eine Foldback-Klammer und eine Pflanze

Die 4-Tage-Woche wurde seit 2015 in Dutzenden Pilotprojekten getestet, und die Ergebnisse stimmen in einem Punkt überein: Wenn die Arbeitszeit ohne Gehaltskürzung reduziert wird, berichten Beschäftigte von weniger Burnout und mehr Wohlbefinden, und die meisten Unternehmen entscheiden sich, das Modell beizubehalten. Weit weniger klar zeigen die Studien die Auswirkungen auf Produktivität und Gewinn, denn die meisten waren kurz, beruhten auf freiwilliger Teilnahme und stützten sich auf Befragungen.

Dieser Artikel ist der Leitfaden zu Fakten und Daten rund um die 4-Tage-Woche: was die wichtigsten Pilotprojekte in Großbritannien, Island, Portugal, Deutschland, Spanien und Belgien tatsächlich ergeben haben, welche Modelle es gibt, wo die Forschung Schwächen hat und was mit Ihrem Gehalt und Stundenlohn im jeweiligen Modell passiert. Zum Schluss folgen TalentUp-Daten dazu, wie viele Stellenanzeigen 2026 tatsächlich eine 4-Tage-Woche anbieten, und ob diese Anzeigen mehr oder weniger zahlen. Wenn Sie eine praktische Anleitung suchen, lesen Sie unseren Leitfaden zur Einführung der Viertagewoche.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das britische Pilotprojekt 2022 (61 Organisationen, rund 2.900 Beschäftigte) endete damit, dass 92 % der Unternehmen weitermachten; ein Jahr später praktizierten es noch 89 %, und 51 % hatten es dauerhaft eingeführt.
  • Eine begutachtete Studie aus dem Jahr 2025 mit 141 Organisationen in sechs Ländern stellte im Vergleich zu einer Kontrollgruppe weniger Burnout und eine bessere psychische und körperliche Gesundheit fest.
  • Die berühmten Versuche in Island verkürzten die Arbeitszeit auf 35–36 Stunden pro Woche, meist aber nicht auf vier Tage.
  • Beim 100-80-100-Modell steigt Ihr Stundenlohn um 25 %; bei einer komprimierten Woche ändert er sich nicht; bei einer Teilzeitstelle mit vier Tagen sinkt Ihr Gehalt meist auf 80 %.
  • In den TalentUp-Daten erwähnen 2026 nur rund 8,5 von 10.000 Stellenanzeigen eine 4-Tage-Woche oder 9-Tage-Doppelwoche, und nur 2,2 % der Anzeigen mit 4-Tage-Woche sagen, dass das Gehalt bei 100 % bleibt.
  • Anzeigen mit 4-Tage-Woche nennen Gehälter, die im Rahmen vergleichbarer Anzeigen liegen (Median −1,7 %), also ohne Aufschlag.

Was ist eine 4-Tage-Woche? Die drei Modelle

Hinter dem Begriff „4-Tage-Woche“ verbergen sich drei sehr unterschiedliche Vereinbarungen. Bevor Sie Studienergebnisse oder Stellenangebote vergleichen, prüfen Sie, um welche es geht.

Modell Stunden Gehalt Effektiver Stundenlohn Wo es vorkommt
100-80-100 (reduzierte Arbeitszeit) Rund 80 % der bisherigen Stunden, z. B. 32 statt 40 100 % +25 % Die meisten Pilotprojekte (Großbritannien, Deutschland, Portugal, Mehrländerstudie 2025)
Komprimierte Woche Gleiche Wochenstunden an vier längeren Tagen, z. B. 4 × 10 Std. 100 % Unverändert Gesetzlicher Anspruch in Belgien, Anzeigen aus Gesundheitswesen und Industrie in den USA
9-Tage-Doppelwoche Gleiche oder etwas weniger Stunden an neun Tagen alle zwei Wochen Meist 100 % Unverändert oder etwas höher Anzeigen aus Australien und Großbritannien, etwa die Hälfte der Unternehmen im portugiesischen Pilotprojekt
Teilzeit mit vier Tagen 4/5 einer Vollzeitstelle Meist 80 % (anteilig) Unverändert Verbreitet in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Frankreich

Die von 4 Day Week Global bekannt gemachte Formel 100-80-100 bedeutet 100 % Gehalt für 80 % der Zeit, im Gegenzug für 100 % der Leistung. Auf diesem Modell beruhen die meisten der unten genannten Schlagzeilen-Ergebnisse. Eine komprimierte Woche ist dagegen eine Änderung der Arbeitszeitverteilung, keine Verkürzung der Arbeitszeit.

Selbst Befürworter betonen, dass sich hinter dem Etikett viele Gestaltungen verbergen: Joe O’Connor, ehemaliger CEO der Kampagnenorganisation 4 Day Week Global und heute Gründer der Beratungsfirma Work Time Revolution, beschrieb, wie die New Yorker PR-Agentur Daly eine 32-Stunden-Woche einführte, ohne freitags zu schließen.

Joe O'ConnorGründer, Work Time Revolution (ehemaliger CEO, 4 Day Week Global)

Ihr Versuch unterstreicht, wie wichtig Qualität der Arbeit statt Quantität der Arbeit ist, […] Nachdem sie ihre geschäftlichen Anforderungen geprüft hatten, kamen sie zu dem Schluss, dass eine Erreichbarkeit an 5 Tagen unverzichtbar war. […] Daly verzeichnete die bisher höchste Zahl an neu gewonnenen Kundenaufträgen […]

Januar 2024 · Aus dem Englischen übersetzt Auf LinkedIn lesen →

Die wichtigsten Pilotprojekte zur 4-Tage-Woche und ihre Ergebnisse

Pilotprojekt Zeitraum Teilnehmende Modell Wichtigste Ergebnisse
Island (Stadtverwaltung Reykjavík und Landesregierung) 2015–2019 Rund 2.500 Beschäftigte im öffentlichen Dienst, mehr als 1 % der Erwerbsbevölkerung 35–36 Stunden, gleiches Gehalt, meist kürzere Arbeitstage Produktivität und Dienstleistungsqualität blieben an den meisten Arbeitsplätzen gleich oder verbesserten sich; 86 % der Erwerbstätigen in Island haben heute kürzere Arbeitszeiten oder einen Anspruch darauf
Großbritannien (4 Day Week Global, Autonomy, Cambridge, Boston College) Juni–Dez. 2022 61 Organisationen, rund 2.900 Beschäftigte 100 % Gehalt, „spürbare“ Verkürzung der Arbeitszeit, Modell nach Wahl jedes Unternehmens 92 % machten weiter, Krankheitstage −65 %, Kündigungen −57 %, Umsatz +1,4 %, 71 % weniger Burnout
Portugal (staatlich unterstützt; Henley Business School, Birkbeck) Ab Juni 2023 41 Unternehmen, mehr als 1.000 Beschäftigte 51 % ein freier Tag pro Woche, 49 % eine 9-Tage-Doppelwoche Arbeitszeit −13,7 %; nur 4 von 41 Unternehmen kehrten zur Fünftagewoche zurück; 80 % der Führungskräfte bewerteten den Versuch als finanziell neutral
Deutschland (Intraprenör, 4 Day Week Global, Universität Münster) 2024, sechs Monate 45 Organisationen gestartet, 41 haben ihn abgeschlossen oder fast abgeschlossen Meist ein freier Tag pro Woche 38 Minuten mehr Schlaf pro Woche als in den Kontrollgruppen, geringerer gemessener Stress; Veränderungen bei Umsatz und Gewinn nicht signifikant; über 70 % wollten weitermachen
Spanien (Pilotprogramm des Industrieministeriums für industrielle KMU) Ausschreibung 2023, entschieden im September 2024 42 Bewerber, 5 Begünstigte Mindestens 10 % weniger Stunden für 24 Monate, ohne Gehaltskürzung, Zuschuss von bis zu 150.000 € zu den Lohnkosten Bisher keine Ergebnisse veröffentlicht; sehr geringe Beteiligung
Valencia (städtisches Experiment) 10. April – 7. Mai 2023 Die ganze Stadt Vier aufeinanderfolgende Montage als lokale Feiertage Ein stadtweites Experiment zu Gesundheit, Klima und lokaler Wirtschaft, kein Unternehmensversuch

Großbritannien 2022: das größte Pilotprojekt in einem einzelnen Land

Das britische Pilotprojekt ist der meistzitierte Versuch zur 4-Tage-Woche. 61 Organisationen und rund 2.900 Beschäftigte arbeiteten von Juni bis Dezember 2022 mit reduzierter Arbeitszeit bei vollem Gehalt. Die Unternehmen konnten ihr Modell frei wählen: klassisch freitags frei, gestaffelte freie Tage, dezentrale oder jahresbezogene Arbeitszeitmodelle oder eine an Ziele geknüpfte 4-Tage-Woche.

Am Ende erklärten 56 von 61 (92 %), dass sie weitermachen würden, und 18 führten das Modell dauerhaft ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Krankheitstage um 65 % und die Zahl der Kündigungen um 57 %. 71 % der Beschäftigten berichteten von weniger Burnout und 39 % von weniger Stress. Der Umsatz veränderte sich kaum: +1,4 % im Durchschnitt bei den 23 Organisationen, die Zahlen vorlegten.

Der Folgebericht Making It Stick (Februar 2024) ergab, dass mindestens 54 der 61 (89 %) die 4-Tage-Woche ein Jahr später noch praktizierten und 31 (51 %) sie dauerhaft eingeführt hatten. Die am Ende des Pilotprojekts gemessenen Verbesserungen beim Wohlbefinden blieben in einer Befragung von Beschäftigten aus 47 Organisationen erhalten.

Island 2015–2019: kürzere Wochen, nicht vier Tage

Island wird oft als Erfolgsbeispiel für die 4-Tage-Woche genannt, doch die Versuche der Stadtverwaltung Reykjavík und der Landesregierung verkürzten die Arbeitswoche von rund 40 auf 35–36 Stunden, meist durch kürzere Arbeitstage. Rund 2.500 Beschäftigte nahmen ohne Gehaltskürzung teil. Laut der Analyse von Autonomy und Alda blieben Produktivität und Dienstleistungsqualität an den meisten Arbeitsplätzen gleich oder verbesserten sich, und das Wohlbefinden stieg. Nach den Versuchen handelten die Gewerkschaften kürzere Arbeitszeiten aus, und 86 % der Erwerbstätigen in Island arbeiten heute kürzer oder haben einen Anspruch darauf.

Portugal 2023: das staatlich unterstützte Pilotprojekt

Am portugiesischen Pilotprojekt, koordiniert von Pedro Gomes (Birkbeck) und Rita Fontinha (Henley Business School), nahmen 41 Unternehmen und mehr als 1.000 Beschäftigte teil; 21 davon starteten im Juni 2023 einen koordinierten sechsmonatigen Versuch. Die Hälfte wählte einen freien Tag pro Woche, die andere Hälfte eine 9-Tage-Doppelwoche. Die Arbeitszeit sank um 13,7 %, nur vier Unternehmen kehrten zur Fünftagewoche zurück, und 80 % der Führungskräfte bewerteten den Versuch als finanziell neutral. Zur Zwischenbilanz sank der Anteil der Beschäftigten, die Schwierigkeiten hatten, Arbeit und Familie zu vereinbaren, von 46 % auf 8 %, und 85 % gaben an, nur bei einer Gehaltserhöhung von mehr als 20 % zu einem Arbeitgeber mit Fünftagewoche zu wechseln. Unternehmen, die zwei oder mehr organisatorische Änderungen vorgenommen hatten, kehrten mit einer Wahrscheinlichkeit von 8 % zurück, gegenüber 38 % bei denen, die eine oder keine vorgenommen hatten.

Deutschland 2024: das Pilotprojekt mit biologischen Messungen

Das deutsche Pilotprojekt startete Anfang 2024 mit 45 Organisationen und wurde von der Universität Münster ausgewertet. Anders als die meisten Versuche verglich es die Teilnehmenden mit Kontrollgruppen in denselben Unternehmen und nutzte Smartwatches und Haarproben zur Cortisolmessung. Beschäftigte mit 4-Tage-Woche schliefen rund 38 Minuten mehr pro Woche und hatten weniger gemessene Stressminuten. Umsatz und Gewinn stiegen leicht, aber nicht signifikant im Vergleich zum Vorjahr, und auch der leichte Rückgang der Krankheitstage war nicht signifikant. Über 70 % der Organisationen wollten weitermachen.

Spanien und Belgien: Politik statt Pilotprojekte

Das spanische Industrieministerium stellte 10 Mio. € für industrielle KMU bereit, die die Vollzeitarbeitszeit für mindestens 24 Monate um mindestens 10 % ohne Gehaltskürzung verringerten, und übernahm im ersten Jahr einen Teil der Lohnkosten (bis zu 150.000 €). Auf die Ausschreibung gingen nur 42 Bewerbungen ein, und im September 2024 erhielten lediglich fünf Unternehmen insgesamt rund 530.000 €. Eine Auswertung wurde bisher nicht veröffentlicht.

Belgien schlug einen anderen Weg ein. Seit November 2022 haben Vollzeitbeschäftigte das Recht zu beantragen, ihre Vollzeitstunden auf vier Tage zu verteilen (zum Beispiel eine 38-Stunden-Woche an vier Tagen à 9,5 Stunden), für verlängerbare Zeiträume von bis zu sechs Monaten. Der Antrag muss schriftlich gestellt werden, und ein Arbeitgeber, der ablehnt, muss dies begründen. Es handelt sich um ein Recht auf andere Arbeitszeitverteilung, nicht um eine Arbeitszeitverkürzung.

2025: die erste begutachtete Mehrländerstudie

Im Juli 2025 veröffentlichte Nature Human Behaviour eine Studie von Wen Fan, Juliet Schor, Orla Kelly und Guolin Gu mit 2.896 Beschäftigten in 141 Organisationen in Australien, Kanada, Irland, Neuseeland, Großbritannien und den USA. Im Vergleich zu 12 Kontrollunternehmen berichteten Beschäftigte mit 4-Tage-Woche von weniger Burnout sowie höherer Arbeitszufriedenheit, besserer psychischer und besserer körperlicher Gesundheit, und die Verbesserungen waren bei denen größer, deren eigene Arbeitszeit am stärksten sank. Es ist die bisher belastbarste Evidenz, doch die Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Unternehmen sich für die Teilnahme entschieden hatten.

Die Grenzen der Evidenz

Die Ergebnisse zur 4-Tage-Woche sind ermutigend, aber nicht das letzte Wort. Bevor Sie sie als Argument für oder gegen ein Modell verwenden, sollten Sie diese Grenzen kennen:

  • Selbstselektion. Unternehmen melden sich freiwillig für Pilotprojekte, meist weil die Führung bereits an die Idee glaubt und sich die Arbeit neu organisieren lässt. Sie sind keine Zufallsstichprobe von Arbeitgebern.
  • Kurze Zeiträume. Die meisten Versuche dauern sechs Monate. Die britische Nachbefragung nach einem Jahr ist ermutigend, aber langfristige Auswirkungen auf Karriere, Beförderung und Gehaltsentwicklung sind unbekannt.
  • Selbstauskünfte. Wohlbefinden und Produktivität werden überwiegend durch Befragungen von Teilnehmenden gemessen, die wissen, dass sie an einem Versuch teilnehmen.
  • Wenige Kontrollgruppen. Das britische Pilotprojekt verglich die Ergebnisse mit dem Vorjahr statt mit ähnlichen Unternehmen. Deutschland und die Mehrländerstudie 2025 nutzten Kontrollgruppen, und ihre finanziellen Ergebnisse waren eher neutral als spektakulär.
  • Dünne Finanzdaten. In Großbritannien legten nur 23 der 61 Organisationen Umsatzzahlen vor.
  • Beteiligung der Organisatoren. Mehrere Versuche wurden von 4 Day Week Global koordiniert, das sich für das Modell einsetzt, auch wenn die Auswertung von Universitätsforschenden geleitet wurde.
  • Branchenmix. Die Pilotprojekte werden von kleinen Büro- und Wissensarbeitsunternehmen dominiert. Schichtbasierte Branchen wie Krankenhäuser, Einzelhandel und Industrie sind unterrepräsentiert.

Kurz gesagt: Die Evidenz für mehr Wohlbefinden und bessere Mitarbeiterbindung ist stark; die Evidenz dafür, dass sich eine 4-Tage-Woche in jeder Branche selbst finanziert, ist es nicht.

Was passiert mit dem Gehalt bei einer 4-Tage-Woche?

Beim Gehalt unterscheiden sich die Angebote am stärksten, und hier sollten Bewerbende das Kleingedruckte lesen.

100-80-100 (volles Gehalt, weniger Stunden). Ihr Monatsgehalt bleibt gleich, während die Arbeitszeit um rund 20 % sinkt, sodass Ihr Stundenlohn um 25 % steigt. Bei einem Gehalt von 48.000 € und 40 Wochenstunden steigt Ihr effektiver Stundensatz von rund 23 € auf rund 29 €. Auf diesem Modell beruhen die Ergebnisse aus Großbritannien, Deutschland und der Mehrländerstudie.

Komprimierte Arbeitszeit. Sie arbeiten die gleichen Stunden an vier Tagen, sodass Gehalt und Stundenlohn unverändert bleiben. Der Vorteil ist der zusätzliche freie Tag, nicht mehr Geld pro Stunde. Prüfen Sie in der Praxis, wie Überstunden, Pausen und Feiertage angerechnet werden, denn ein 10-Stunden-Tag, der auf einen Feiertag fällt, kann Sie mehr Urlaub kosten.

Teilzeit mit vier Tagen (80 % Gehalt). Das Gehalt wird anteilig gekürzt, sodass Ihr Stundenlohn unverändert bleibt, Ihr Jahreseinkommen und meist auch Ihre Rentenbeiträge aber um rund 20 % sinken. Im portugiesischen Pilotprojekt gaben 85 % der Beschäftigten an, dass sie eine Gehaltserhöhung von mehr als 20 % bräuchten, um zur Fünftagewoche zurückzukehren, was erklärt, warum manche diesen Tausch akzeptieren.

Rechnen Sie beim Vergleich von Angeboten alles in einen Stundenlohn und eine Gesamtvergütung pro Jahr um. Eine „4-Tage-Woche“ mit 80 % Gehalt ist ein Teilzeitvertrag; eine „4-Tage-Woche“ mit 100 % Gehalt und 32 Stunden ist eine Gehaltserhöhung von 25 % pro Stunde. Unser Leitfaden zu Benefits in der Vergütung erklärt, wie Sie Zusatzleistungen neben dem Grundgehalt bewerten.

Wie viele Stellenanzeigen bieten eine 4-Tage-Woche an? TalentUp-Daten 2026

8,5 von 10.000

Stellenanzeigen erwähnen eine 4-Tage-Woche oder eine 9-Tage-Doppelwoche

2,2 %

der Anzeigen mit 4-Tage-Woche versprechen ausdrücklich volles Gehalt oder eine 32-Stunden-Woche

44 %

der Anzeigen mit 4-Tage-Woche stellen sie als Option dar, nicht als reguläres Arbeitszeitmodell

−1,7 %

medianer Gehaltsunterschied gegenüber vergleichbaren Anzeigen (n = 2.088)

Quelle: TalentUp-Datenbank für Stellenanzeigen, Januar–September 2026.

Trotz der Medienaufmerksamkeit ist die 4-Tage-Woche in Stellenanzeigen noch selten. Zwischen Januar und September 2026 erwähnten rund 19.000 Anzeigen in der weltweiten Datenbank von TalentUp eine 4-Tage-Woche oder eine 9-Tage-Doppelwoche, von insgesamt rund 22,3 Millionen Anzeigen: etwa 8,5 von 10.000, gegenüber 13,5 im Jahr 2024 und 12,1 im Jahr 2025 in denselben Monaten. In einigen wenigen Märkten ist die Quote deutlich höher.

Land Pro 10.000 Anzeigen, 2024 2025 2026 Davon nur 4-Tage-Woche (2026)
Australien 77,4 79,7 63,7 15,3
Österreich 78,9 86,7 52,3 49,7
Großbritannien 31,5 28,6 25,9 21,5
Neuseeland 23,9 19,8 16,9 10,5
Irland 15,9 14,1 15,9 13,1
Deutschland 28,7 23,4 14,5 14,5
USA 16,1 19,4 10,6 10,5
Niederlande 7,8 8,4 7,2 7,2
Kanada 9,8 8,0 6,4 5,6
Frankreich 6,4 7,8 6,1 6,1
Spanien 6,9 5,6 2,3 2,2
Italien 1,0 1,3 0,7 0,7

Was die Daten zeigen:

  • Australien ist ein Markt der 9-Tage-Doppelwoche. Rund drei Viertel der australischen Nennungen betreffen 9-Tage-Doppelwochen, und 83 % aller Anzeigen mit 9-Tage-Doppelwoche in unserer Stichprobe 2026 stammen aus Australien.
  • Österreich und Großbritannien führen bei der eigentlichen 4-Tage-Woche, mit rund 50 bzw. 22 Nennungen pro 10.000 Anzeigen im Jahr 2026. In Österreich wird die „4-Tage-Woche“ häufig als Arbeitszeitoption im Rahmen von Kollektivverträgen angeboten.
  • Kein Anzeichen für einen Boom. In den meisten großen Märkten war der Anteil 2026 niedriger als 2024, darunter Deutschland (von 28,7 auf 14,5 pro 10.000) und Spanien (von 6,9 auf 2,3). Da sich unsere Quellen von Jahr zu Jahr ändern, ist der Trend nur ein Anhaltspunkt, aber nichts in den Daten deutet darauf hin, dass sich die 4-Tage-Woche in Stellenanzeigen rasch verbreitet.
  • Die meisten Anzeigen sagen nicht, wie das Modell aussieht. In einer validierten Stichprobe von rund 1.900 eindeutigen Anzeigen mit 4-Tage-Woche nennen 81 % weder Stunden noch Gehalt, 9,6 % sind Teilzeitstellen oder anteilig bezahlte Stellen, 7,1 % beschreiben komprimierte Arbeitszeiten wie 4 × 10 Stunden, und nur 2,2 % erwähnen ausdrücklich volles Gehalt oder eine 32-Stunden-Woche. 44 % stellen sie als möglich, optional oder auf Anfrage dar.
  • Die Stellen sind nicht die aus den Pilotprojekten. In den USA betreffen 63 % der Anzeigen mit 4-Tage-Woche das Gesundheitswesen, vor allem Ärztinnen und Ärzte, Zahnärzte, Nurse Practitioners und Tierärzte mit Praxisöffnungszeiten. In Großbritannien entfällt ein Drittel auf Handwerks- und Fertigungsberufe wie CNC-Bediener und Techniker.

Zahlen Jobs mit 4-Tage-Woche weniger?

Nicht in nennenswertem Umfang. Wir haben jede Anzeige mit 4-Tage-Woche, die ein Gehalt nennt, mit dem Mediangehalt anderer Anzeigen für dieselbe Rolle im selben Land im Jahr 2026 verglichen, unter Ausschluss von Teilzeit- und anteilig bezahlten Anzeigen. Die mediane Anzeige mit 4-Tage-Woche nennt 1,7 % weniger als vergleichbare Anzeigen (n = 2.088), wobei 45 % darunter, 14 % etwa gleichauf und 41 % über dem vergleichbaren Median liegen. Bei Anzeigen mit 9-Tage-Doppelwoche beträgt der Unterschied −0,6 % (n = 416).

Es gibt Unterschiede je nach Markt: In Großbritannien liegen Anzeigen mit 4-Tage-Woche 1,1 % über vergleichbaren Anzeigen (n = 726), in den USA dagegen 5,9 % darunter (n = 988). Im Durchschnitt scheinen Arbeitgeber die 4-Tage-Woche weder als Mittel zu nutzen, weniger zu zahlen, noch zahlen sie dafür einen Aufschlag.

Sollten Sie eine 4-Tage-Woche verlangen? Tipps für Bewerbende

Wenn Ihnen eine kürzere Woche wichtig ist, deuten die Daten darauf hin, dass Sie sie selten ausgeschrieben finden, Sie können sie aber verhandeln. Einige praktische Schritte:

  1. Klären Sie das Modell. Fragen Sie, ob es sich um 100-80-100, komprimierte Arbeitszeit oder eine Teilzeitstelle mit vier Tagen handelt. Diese wirken sich sehr unterschiedlich auf Gehalt und Arbeitszeit aus.
  2. Vergleichen Sie Stundenlöhne. Teilen Sie die jährliche Gesamtvergütung durch die jährlich geleisteten Stunden, um ein Angebot mit vier Tagen mit einem mit fünf Tagen zu vergleichen.
  3. Prüfen Sie, was im Vertrag steht. Eine 4-Tage-Woche „als Pilotprojekt“ oder „soweit es die betrieblichen Erfordernisse zulassen“ kann zurückgenommen werden. Fragen Sie, ob sie im Arbeitsvertrag oder in einer widerruflichen Regelung festgehalten ist.
  4. Fragen Sie nach der Arbeitslast. In den Pilotprojekten hing der Erfolg davon ab, Meetings und Aufgaben mit geringem Mehrwert zu reduzieren. Wenn die Stelle weiterhin fünf Tage Arbeit umfasst, kommt der fünfte Tag als Überstunden zurück.
  5. Nutzen Sie Ihre gesetzlichen Rechte. In Belgien können Sie eine komprimierte 4-Tage-Woche beantragen, und in Großbritannien können Sie ab dem ersten Tag flexible Arbeit beantragen. Andere Länder sehen ein Recht auf Teilzeit oder flexible Arbeitszeiten vor.

Wenn Sie umfassender verhandeln, lesen Sie unsere Leitfäden dazu, was zu tun ist, wenn das angebotene Gehalt zu niedrig ist, und dazu, wie Bewerbende Arbeitgeber 2026 beurteilen.

Was das für Arbeitgeber bedeutet

Für Arbeitgeber ist die 4-Tage-Woche ein Unterscheidungsmerkmal, gerade weil sie selten ist: Da weniger als 10 von 10.000 Anzeigen sie erwähnen, sticht eine Anzeige hervor, die klar eine 100-80-100-Woche anbietet. Die Pilotprojekte zeigen aber auch, dass sie nur funktioniert, wenn die Arbeit zuerst neu gestaltet wird, und dass die Gehaltsbedingungen ausdrücklich genannt werden müssen, da die meisten Anzeigen Bewerbende heute im Unklaren lassen.

Wenn Sie sie in Betracht ziehen, beginnen Sie mit den Umsetzungsfragen in unserem Leitfaden zur Viertagewoche, überprüfen Sie Ihre Regelungen zu flexiblen Arbeitszeiten insgesamt und vergleichen Sie sie mit anderen nicht monetären Hebeln in was HR neben dem Gehalt bieten kann. Um zu prüfen, ob Ihre Vergütung bei jedem Arbeitszeitmodell wettbewerbsfähig bleibt, benchmarken Sie Ihre Rollen mit den Gehaltsdaten von TalentUp.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Was waren die Ergebnisse des britischen Pilotprojekts zur 4-Tage-Woche?

Im britischen Pilotprojekt 2022 behielten 56 der 61 teilnehmenden Organisationen (92 %) die 4-Tage-Woche nach sechs Monaten bei, 18 führten sie dauerhaft ein. Die Krankheitstage sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 65 % und die Kündigungen um 57 %, während der Umsatz weitgehend stabil blieb (+1,4 % im Durchschnitt bei den 23 Unternehmen, die Daten bereitstellten).

Bekommt man bei einer 4-Tage-Woche das gleiche Gehalt?

Das hängt vom Modell ab. Beim 100-80-100-Modell, das in den meisten Pilotprojekten verwendet wurde, bleibt das Gehalt bei 100 % für rund 80 % der Arbeitszeit, was den effektiven Stundenlohn um 25 % erhöht. Bei einer komprimierten Woche arbeiten Sie die gleichen Stunden an vier Tagen für das gleiche Gehalt, und bei einer Teilzeitstelle mit vier Tagen wird das Gehalt meist anteilig auf 80 % gekürzt.

Ist die Wirksamkeit der 4-Tage-Woche bewiesen?

Die Daten zeigen durchgehend mehr Wohlbefinden und weniger Burnout, und die meisten teilnehmenden Unternehmen behielten das Modell bei. Die Belege zu Produktivität und finanziellen Ergebnissen sind dünner, weil die meisten Studien kurz waren, auf Selbstauskünften beruhten und Unternehmen umfassten, die sich freiwillig gemeldet hatten.

Welche Länder haben eine gesetzliche 4-Tage-Woche?

Kein Land hat die 4-Tage-Woche verpflichtend eingeführt. Seit November 2022 haben Vollzeitbeschäftigte in Belgien das Recht zu beantragen, ihre Vollzeitstunden auf vier Tage zu verteilen; der Arbeitgeber kann ablehnen, muss dies aber begründen.

Wie viele Stellenanzeigen bieten eine 4-Tage-Woche an?

Sehr wenige. In den weltweiten Daten von TalentUp für Januar–September 2026 erwähnen rund 8,5 von 10.000 Stellenanzeigen eine 4-Tage-Woche oder eine 9-Tage-Doppelwoche, und nur etwa 2 % der Anzeigen mit 4-Tage-Woche versprechen ausdrücklich volles Gehalt oder eine 32-Stunden-Woche.

Was ist eine 9-Tage-Doppelwoche?

Bei einer 9-Tage-Doppelwoche („9-day fortnight“) arbeitet man in zwei Wochen neun statt zehn Tage und hat so jede zweite Woche einen zusätzlichen freien Tag. Meist handelt es sich um ein komprimiertes Arbeitszeitmodell mit gleicher Gesamtstundenzahl, das besonders in australischen Stellenanzeigen verbreitet ist.

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Geschrieben von

Albert Mercadé Laborda

Marketing Manager

Albert verantwortet Marketing und Growth bei TalentUp und arbeitet an der Schnittstelle von HR, Compensation & Benefits und Entgelttransparenz. Er macht aus den Gehaltsdaten von TalentUp praxisnahe Leitfäden, mit denen HR- und Total-Rewards-Teams Gehälter mit dem Markt vergleichen, faire Vergütungsstrukturen aufbauen und sich auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie vorbereiten.

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